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Sprache und Zensur / Die Gedanken sind frei? Meinungsfreiheit und Zensur in der modernen Sprachnutzung

Mit der Globalisierung und der Entwicklung der sozialen Medien haben Menschen auf der ganzen Welt Zugang zu einer schier grenzenlosen Vielfalt an Kommunikationsmöglichkeiten. Gleichzeitig hat die moderne Kommunikationsnutzung allerdings auch zu einer neuen Dynamik von Sprachverboten oder Spracheinschränkungen geführt. Während einige staatliche Akteure versuchen, Meinungsfreiheit grundsätzlich zu kontrollieren, stehen auch offene Gesellschaften vor der Frage, ob jede Form der Meinungsäußerung erlaubt sein kann. Denn die Vielzahl der jedermann zugänglichen Kommunikationswege führt dazu, dass auch die Diffamierung und Ausgrenzung von anderen so leicht ist wie nie zuvor. Kann und soll daher die Meinungsäußerung in den modernen Medien eingegrenzt werden? Sollen zum Beispiel Hasskommentare und Drohungen, die über das Internet anonym gesendet werden und trotzdem ein Millionenpublikum erreichen können, reguliert werden? Oder gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung auch und gerade in den modernen Medien?

jeweils Beginn: 18:45 Uhr
VHS-Bildungszentrum
5,00 ?, Bezahlung der Gebühr erfolgt an der Abendkasse.

Di., 13.03.2018
Die Geschichte der Zensur
Prof. Dr. Jürgen Wilke, Universität Mainz
111802

Die Zensur ist als Mittel der Kontrolle von Sprache ein seit langer Zeit etabliertes Instrument. Mit dem Beginn der öffentlichen Meinungsbildung in der Antike gab es gleichzeitig auch erste Ansätze von Zensoren, unliebsame oder aufrührerische Äußerungen zu unterdrücken. Durch die Erfindung der Drucktechnik und der sich anbahnenden Massenkommunikation stand auch die Kontrolle dieser Kommunikationswege vor immer neuen Herausforderungen. Die Zensur diente in der europäischen Geschichte dabei nicht nur der politischen und geistig-kulturellen Kontrolle nach innen, sondern sollte auch den grenzüberschreitenden Transfer unerwünschter Inhalte blockieren. Die Pressefreiheit hingegen öffnete solchem Transfer die Tore. Allerdings handelte es sich um eine paradoxe Gemengelage. Denn in den politischen Zeitungen dominierte (und tolerierte man) lange Zeit gerade die Auslandsberichterstattung, weil damit von inneren staatlichen Verhältnissen abgelenkt werden konnte. Das erste Webinar wirft einen Blick auf die lange und wechselvolle Geschichte der Zensur.

Di., 17.04.2018
Staatliche Zensur am Beispiel der Volksrepublik China
Dr. Saskia Sell, Freie Universität Berlin
111803

Im August 2013 gab der chinesische Präsident Xi als Leitlinie für seine Regierung aus: "Wir müssen die Kontrolle über das Internet zurückgewinnen." In den letzten Jahren hat die chinesische Regierung die freie Meinungsäußerung im Internet folgerichtig massiv eingeschränkt. Öffentliche Diskussionen zu aktuellen innen- und außenpolitischen Themen werden von den staatlichen Zensoren ebenso unterbunden wie jeder Ansatz, das Herrschaftsmonopol der kommunistischen Partei grundsätzlich zu hinterfragen. Chinesische Internetnutzer reagieren auf diese Zensur, indem sie teilweise ihre Äußerungen sprachlich verschleiern und mit Bildern und Homophonen arbeiten, die ähnlich ausgesprochen werden wie der zensierte Begriff, aber für sich genommen eine andere, ungefährliche Bedeutung haben.

Di., 15.05.2018
Redefreiheit, hate speech und die Politik der Zensur
Prof. Dr. Nikita Dhawan, Universität Innsbruck
111804

Im Internet wird gepöbelt, gehetzt und beleidigt. Sobald Menschen online miteinander kommunizieren, fallen viele der Schranken, die sich im Laufe der Zeit im direkten Gespräch etabliert haben. Die Vielzahl der öffentlich geäußerten Meinungen führt dazu, dass sich je nach Kontext ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen angegriffen, diffamiert oder beeinträchtigt fühlen. Die Grenzen sind dabei oftmals fließend, was für die eine Gruppe bereits eine Beeinträchtigung ist, sieht eine andere Gruppe als legitime Ausdrucksform. Gibt es also eine Festlegung, wann eine Äußerung zum Beispiel rassistisch oder homophob ist? Gibt es Regeln oder Maßnahmen, mit denen diese Festlegungen durchgesetzt werden?

Di., 12.06.2018
Political Correctness - freiwillige Zensur?
N.N.
111805

Political Correctness, so sagt es der Duden, bezeichnet die Ablehnung aller Ausdrucksweisen und Handlungen, durch die jemand aufgrund seiner ethnischen Herkunft, seines Geschlechts, seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht, seiner körperlichen oder geistigen Behinderung oder sexuellen Neigung diskriminiert wird. Tatsächlich ist die Nutzung von Political Correctness aber auch immer ein Kampf um die politische Deutungshoheit. PC, so die Kurzform, wurde in den achtziger Jahren an amerikanischen Universitäten als Widerstand gegen die als antiquiert wahrgenommene Limitierung der Geschichtsschreibung auf "tote weiße europäische Männer" eingeführt. Seit dieser Zeit hat sich Political Correctness zu einem Kampfbegriff entwickelt, mit dem alle politischen Lager entweder spezifische Gruppen schützen wollen oder eben diesen Schutz als Einschränkung der eigenen Meinungsfreiheit sehen. Der oftmals vernommene Satz "das wird man ja wohl noch sagen dür

Zeiten, Orte

Für dieses Angebot sind momentan 2 Zeiten bzw. Orte bekannt:

ZeitenDauerArtPreisOrt, BemerkungenAng.-Nr.
15.05.18
18:45 - 21:00 Uhr
1 Tag
(3 Std.)
Abends
Di.
max. 20 Teiln.
5 € Uffenstr. 1
26506 Norden

Raum E07 (Forum)
Umfang: 1 Abend
Leitung: Nikita Dhawan

Info und buchen direkt beim Anbieter

18A121804
12.06.18
18:45 - 21:00 Uhr
1 Tag
(3 Std.)
Abends
Di.
max. 20 Teiln.
s.o.
5 € Uffenstr. 1
26506 Norden

Raum 312
Umfang: 1 Abend
Leitung: noch nicht bekannt

Info und buchen direkt beim Anbieter

18A121805

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Anbieteradresse
Kreisvolkshochschule Norden
Uffenstraße 1
26506 Norden
Tel: 04931-924 123
Fax: 04931-924 104
Mo-Fr 8/12.30 u. 15 - ca. 22 Uhr; Fr 8-12.30 u. 14.30 - ca. 22.00 Uhr
www.kvhs-norden.de
info@kvhs-norden.de

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